Ausbildungskonzept

Gemeinschaftsschule Hassee mit Oberstufe

Leitlinien und Grundsätze

Die Ausbildung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV’s) an der GemS Hassee basiert auf der APVO Lehrkräfte 2016. Die Grundlage für die Ausgestaltung sind die allgemeinen und die fachspezifischen Ausbildungsstandards. Die Gemeinschaftsschule Hassee ist als offene Ganztagsschule mit Nachmittagsunterricht konzipiert.

Die Schule bildet Anwärterinnen und Anwärter für das Lehramt an Sekundarschulen mit dem Schwerpunkt Sekundarstufe I in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Wirtschaft/Politik, Biologie, Chemie, Physik und Sport aus. Referendarinnen und Referendare für das Lehramt an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (Sekundarschullehramt) werden in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, Geschichte und Philosophie ausgebildet.

Insgesamt stehen an der GemS Hassee für die Ausbildung zur Zeit 11 zertifizierte Ausbildungslehrkräfte zur Verfügung.

Im Rahmen der Integration werden an der Gemeinschaftsschule Hassee in den Klassenstufen 5 – 9 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf beschult, der weitaus größte Teil davon mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“. Die sonderpädagogische Förderung wird von zwei Lehrkräften des Förderzentrums Gutenbergschule durchgeführt. Neben dem Unterricht stehen diese Lehrkräfte allen Kolleginnen und Kollegen der Gemeinschaftsschule, also auch den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst, für Beratung und Diagnose von Lernauffälligkeiten zur Verfügung. Unterricht und gegenseitige Hospitationen in Integrationsklassen sind möglich.

Die GemS Hassee verfügt über vielfache Verbindungen im Stadtteil, die im Rahmen der Ausbildung im Sinne des Lernens am außerschulischen Ort genutzt werden können.

Als zentrales Ziel ist in unserem Schulprogramm festgeschrieben, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Lernprozesse selbst organisiert und eigenverantwortlich zu gestalten. Dies gilt für alle Fächer. Dieses eigenständige Lernen wird in besonderem Maße in Vorhabenwochen, die zweimal jährlich stattfinden, institutionalisiert, eingeführt und vertieft.

Wir streben an, vermehrt fächerübergreifend zu arbeiten. In den integrierten Fächern Weltkunde und Naturwissenschaften wird dieses schon verwirklicht.

In unserem Konzept zur individuellen und differenzierenden Lernplanung werden unterstützende Maßnahmen zum Fördern und Fordern sowie zur Stärkung der Eigenaktivität und Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler erläutert. Diese strukturellen Voraussetzungen lassen eine umfassende Ausbildung von Lehrkräften in Vorbereitung zu und haben das Ziel, sie auf die Vielfältigkeit des Lehrerberufes vorzubereiten. Die Kooperation mit Lehrkräften im eigenen Fachbereich und bei der Betreuung einer Klasse (z.B. in den Vorhabenwochen) ist durch vorhandene
Strukturen der Schule fest verankert.

Teamarbeit ist auch auf Seiten der Lehrkräfte ein fester Bestandteil des Schulkonzeptes. Ein weit reichendes Geflecht von Absprachen auf unterschiedlichen Ebenen unterstützt dieses Prinzip.

Die Erfahrungen des Kollegiums und der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, über die Unterrichtstätigkeit hinaus weitere Ausbildungsangebote im Rahmen des schulischen Alltags anzubieten. Dazu gehören die Betriebspraktika, die Durchführung der Abschlussprüfungen zum ESA, MSA und zum Abitur, die Betreuung der SchülerInnen bei ihrer Projektarbeit, bei Sportveranstaltungen, Vorhabenwochen und Klassenfahrten.

Die Schulentwicklungstage sind Bestandteil der Ausbildung. An der GemS Hassee berät der Ausbildungskoordinator die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst bei allen schulspezifischen Angelegenheiten, die über die Methodik und Didaktik der Unterrichtsfächer hinausgehen. Unter seiner Leitung evaluiert das Netzwerk der Ausbildungslehrkräfte und der Lehrkräfte i.V. regelmäßig das Ausbildungskonzept der Schule und verbessert seine Umsetzung.

Organisation und Durchführung der Ausbildung an der GemS Hassee

Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst an der GemS Hassee unterrichten im Durchschnitt zehn Wochenstunden – im 1. Ausbildungshalbjahr höchstens 12 – eigenverantwortlich. Dabei kann es im Einzelfall sinnvoll sein, mit weniger Stunden zu beginnen.

Mindestens zwei weitere Wochenstunden verteilen sich auf feste Hospitationen bei den Ausbildungslehrkräften bzw. auf den Unterricht unter Anleitung. Dieser wird auch in der Stundenverteilung verbindlich festgelegt und kann im Einvernehmen auch im Rahmen des Unterrichts anderer Kolleginnen und Kollegen an der Schule geplant und durchgeführt werden. Um die Übernahme ganzer Unterrichtseinheiten im Unterricht unter Anleitung zu ermöglichen, erfolgen nach Absprache Änderungen im Stundenplan.

Darüber hinaus sollen Hospitationen bei anderen Kolleginnen und Kollegen in allen
Fächern von der Lehrkraft in Vorbereitung selbst organisiert werden. Beratungsgespräche finden an festen Terminen wöchentlich zwischen den Lehrkräften i.V. und den beiden Ausbildungslehrkräften statt. Sie können im Stundenplan ausgewiesen werden und sollten nicht für mögliche Vertretungen genutzt werden.

An Unterrichtsbesuchen durch das IQSH nehmen in der Regel die jeweilige Ausbildungslehrkraft und nach Absprache der Schulleiter teil. In jedem Halbjahr findet pro Fach ein Orientierungsgespräch zwischen der Lehrkraft in Vorbereitung und der Ausbildungslehrkraft statt.

Die Lehrkraft in Vorbereitung wird im Laufe der Ausbildung in die Aufgaben der Klassenleitung eingeführt. Sie nimmt dabei unter anderem am Klassenrat und am Methodentraining teil. In diesem Zusammenhang führt sie auch Gespräche mit Eltern sowie problemorientierte Gespräche mit Schülerinnen und Schülern.

Um Teamarbeit zu erfahren, arbeitet die Lehrkraft in Vorbereitung für einen bestimmten
Zeitraum mit mindestens einer anderen Lehrkraft zusammen. Die Lehrkraft i.V. nimmt an den Konferenzen und Absprachen im gleichen Maß wie die anderen Lehrkräfte teil. Die Lehrkraft in Vorbereitung wird von dem Schulleiter mindestens einmal pro Halbjahr und Fach besucht. Nach diesem Besuch findet ein Beratungsgespräch statt. Am Besuch und Gespräch nehmen nach Möglichkeit auch die Ausbildungslehrkräfte teil. Der Schulleiter macht seine Beobachtungen bezüglich des Ausbildungsfortschrittes transparent.

Die Ausbildungslehrkräfte und der Ausbildungskoordinator organisieren die Einführung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Der Unterrichtseinsatz der Lehrkräfte i. V. und der Ausbildungslehrkräfte wird in gemeinsamer Absprache für das Schuljahr umgesetzt. Bei der Erstellung des Stundenplans werden die Vorstellungen der Ausbildungslehrkräfte und der Lehrkräfte
in Vorbereitung vorrangig berücksichtigt.